Mittwoch, 28. März 2012

HANNAH MONTANA - DER FILM Kritik


Titel: Hannah Montana - Der Film
Länge: 102 Minuten
FSK: Freigegeben ab 0 Jahre

Regie: Peter Chelsom
Darsteller: Miley Cyrus, Billy Ray Cyrus, Emily Osment, Jason Earles, u.v.m.


Hannah Montana war zweifelsohne eine Ära im Jugend-TV.
Die Serie brach sämtliche Rekorde, Millionen Kids liebten die amüsante Geschichte mit einem Mädchen, das ein heimliches Leben als Superstar führte. Und Disney gibt selten etwas auf, was Geld einbringt. Also wurde zur Serie ein entsprechender Film gedreht, der ein bisschen mehr Drama bot und auf die Tränendrüsen drückt.
Schade ist es eigentlich, dass der Film nicht mehr ganz das bieten kann, was die Serie bot. Miley Stewart alias Hannah Montana ist vom zierlichen Girly zum eingebildeten Superstar mutiert, was nicht sonderlich glaubwürdig rüberkommt, da sie in der Serie stets das nette Mädchen von neben an war.
Ich habe ihn mir neulich mal wieder aus Quatsch angesehen, weil sich bei dem Film gut abschalten lässt. Allerdings darf man nicht all zu sehr nachdenken, wenn man ihn sieht. Irgendwie geht einem die blonde Perücke mit der Zeit auf den Keks, und die Abwesenheit von Mileys bestem Freund Oliver Oken und Rico, dem ständigen Konkurrenten von Mileys Bruder Jackson, ist auch schade. Gerade die beiden haben in der Serie oft für Lacher gesorgt und ein bisschen Abwechslung in den Teenie-Mädchen-Kitsch gebracht.
Aus der amüsanten Serie, in der Freundschaft die Hauptrolle und Liebe immer nur eine Nebenrolle spielte, ist in diesem Film nicht mehr viel zu sehen. Stattdessen mutiert Liebe zum Hauptthema und Familienverhältnisse werden hochgestellt, während Mileys Freunde, mit Ausnahme von Lily, die zweite Geige spielen.
Hannah Montana - Der Film ist ein typischer Mädchenfilm, der ab einem Alter von 16 Jahren schon ziemlich unerträglich wird. Cyrus spielt gekonnt komisch und verzieht ihr Gesicht ab und an zu einer traurigen Fratze, ihr Vater Robby Ray will sie unbedingt wieder auf den Boden der Tatsachen bringen und sie treibt ihre Oma regelmäßig in den Wahnsinn. Das einzig weiterhin amüsante am Film ist ihr Bruder Jackson, der mit einem Alligator kämpfen muss und wie immer lustige Sprüche klopft.
Hauptthema des Films ist Mileys neuer Schwarm Travis, ein Landei im wahrsten Sinne des Wortes, der wahrscheinlich noch nie in einer Stadt mit über tausend Einwohnern war. Spielen tut es in der amerikanischen Provinz, wo jeder jeden kennt, und der Malibu-Charme ist dahin. Die neue Kulisse gibt dem Film einen Touch von Ehrlichkeit und Geborgenheit in ländlicher Idylle, jedoch wenig Anreiz, sich den Film ein zweites Mal anzusehen. Sehenswert sind lediglich die paar Szenen, in den Miley alias Hannah in lauter kleine Fettnäpfchen tritt, die den Film letzten Endes etwas auflockern und nicht zu gekonnt ernst wirken lassen.
Wahrlich ist es gut, das Cyrus mittlerweile mit der Disney-Manie ein Ende gemacht hat. Immer Hannah Montana wollen wir uns nicht antun, und sie sich anscheinend auch nicht.
FAZIT: Der Film zur Serie ist kein Flop, ganz und gar nicht, und für die jüngere Bevölkerung zwischen zehn und fünfzehn auch gut sehenswert. Er ist nicht ernst, er ist nicht aufmüpfig, er ist halt ganz Friede-Freude-Eierkuchen-Prinzip, was Disney nun seid neuestem bei dem Jugendprogramm anwendet. Kein Sex, keine wilden Küsse, keine aufreizende Kleidung und keine Gewalttätigkeit. Vielleicht hätte ein bisschen Sex dem Film gut getan, denn dann hätte man gemerkt, dass Miley alias Hannah kein kleines Mädchen mit Pickeln mehr ist. Ich rate allen über sechszehn, den Film höchsten mit Kindern zu gucken, da man sich ansonsten ziemlich langweilen wird. Der Film ist nicht übermäßig schlecht aber auch nicht wirklich gelungen. Man sollte lieber bei der Serie bleiben, denn da kann man mehr Situationskomik erwarten als beim Film. Cyrus ist gekonnt wie sie immer ist als Miley, nur ein bisschen abgehoben. Allerdings merkt man ihr in einigen Szenen durchaus an, das sie kein kleines Mädchen mehr ist. Hätten Szenen mit Gefühlsduselei nicht die Oberhand ergriffen und wären Familienprobleme nicht übermäßig naiv gezeigt worden, dann wäre der Film durchaus sehenswert, aber da das nicht so ist, sollte man kein Wunderwerk vor dem Gucken erwarten und sich einfach darauf einlassen, dass es halt ein stinknormaler Disney-Film ohne hohe Erwartungen an sein Publikum ist.

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