Mittwoch, 28. März 2012

ABBITTE Kritik



Titel: Abbitte
Länge: 118 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahre

Regie: Joe Wright
Darsteller: Keira Knightley, James McAvoy, Saoirse Ronan, u.v.m.


Die Bücher von Ian McEwan sind immer vollgepackt mit Gefühlen und Zufällen.
So auch sein Buch Abbitte. Nun wurde das von dem britischen Regisseur Joe Wright verfilmt, in den Hauptrollen der Cecilia Tallis und des Robbie Turner darf man Keira Knightley und James McAvoy bewundern. Knightley und Wright filmten ja bereits bei der Buchverfilmung Stolz & Vorurteil zusammen.
Die Geschichte ist Recht simpel, und doch schwer zu begreifen. Cecilia Tallis, Tochter reicher Eltern, gerade vom Studium zurückgekehrt, verliebt sich in den Gärtner Robbie Turner. Von ihren Gefühlen überwältigt kommen sie sich näher, wobei sie von Cecilias kleiner Schwester Briony (Ronan) beobachtet werden. Die ist so versessen darauf, das Robbie ein Verbrecher ist, dass sie ihn der Vergewaltigung beschuldigt...
Es sind die Zufälle und die Macht des Wortes, die diesen Film unglaublich glaubwürdig und unendlich traurig machen. Es ist keine Liebesgeschichte, wie man sie kennt. Hier wird nicht oft geküsst, hier wird nicht oft Liebe gemacht, und zusammen sieht man das glücklich Paar sowieso fast nie.
Genau das macht den Film jedoch zu etwas Besonderem. Die Anziehung zwischen Knightley und McAvoy ist beeindruckend, und die Bilder, die der Film einem zeigt, sind atemberaubend. Ob es nun die Aufnahmen am Anfang des Films sind, die einem einen schwülen Tag auf dem Lande Englands präsentieren, oder die der drei rumziehenden Soldaten in Frankreich sind, ist egal. Der Film zieht einen förmlichen in seinen Bann. Doch vor allem die Schuldigkeit, die sofort klar wird, die sofort eine einzig Person trägt, machen den Film grandios. Das Ende ist tragischer als tragisch, es fesselt einen. Ich verspreche ihnen, sie werden beim Einschlafen noch an das Ende dieses Filmes denken!
Knightley, McAvoy und Ronan spielen brilliant. Auch sehr überzeugend ist Vanessa Redgrave als gealterte Briony. Liebevoll wurde das Buch detailgetreu verfilmt, natürlich ist nicht alles gleich, aber das Wichtigste stimmt überein. Der Film hat an sich keine Längen, kann aber am Anfang etwas verwirrend wirken, da manche Sequenzen mehrmals aus Sicht verschiedener Personen gezeigt werden. Man findet sich aber Recht schnell ein, und die Filmmusik untermalt alles sehr schön. Vor allem gefallen hat mir Knightley, die hier beweist, das sie nicht nur eine Piratenbraut, sondern eine ernstzunehmende, junge Frau spielen kann, in deren Leben so ziemlich alles schiefgeht, was nur irgendwie schiefgehen kann.
Ich muss sagen: Abbitte gefällt mir deutlich besser als Wrights und Knightleys erste gemeinsame Arbeit Stolz & Vorurteil. Der Film ist sehr Intensitätsstark und wer einen kitschigen Liebesfilm erwartet, ist hier fehl am Platz. Tatsächlich gibt es im Film nur, warten sie, 4 Kusssequenzen (bitte nehmen sie es mir nicht übel wenn es nicht genau stimmt, aber in Etwa müsste es hinhauen), aber die sagen schon genug aus, wie sehr sich die zwei küssenden Personen lieben, wollen und brauchen. Wright hat es geschafft, einen Film zu machen, der einem lange im Gedächtnis bleibt, und der einem zeigt das weder alles Böse noch gut sein kann. Am Ende ist das, was man tut, das, was man wird, und am Ende bleibt das, was man getan hat, für immer in einem. So in etwa lässt sich der Film interpretieren. Ich bin eigentlich kein Mensch, der am Ende eines Filmes, wenn er traurig war, weinen muss - ich bin nicht so sentimental - aber bei diesem Film kullerte auch bei mir eine Träne.
Ich glaube, nach diesem Film, werden sie Vergebung und Schuld neu interpretieren!
Er ist sehenswert, ein wahres Erlebnis, und hier sieht man erstmal, was eine falsche Tat anrichten kann. Was genau das bedeutet, muss jeder selbst für sich entscheiden.

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